Der duftige Berg in all seiner Schönheit

Wochenendausflug auf Chinesisch

· 30. November 2007, 09:57 · Permanenter Link ...

Eine überwältigte Katrin geniesst die Landschaft ...Klicken Sie, um zu vergrößern.Lieber später als nie möchte ich über unseren Ausflug zum zum duftigen Berg, dem Xiāngshān berichten. Wir haben dort nicht etwa Erzeugnisse der chinesischen Parfümindustrie zu genossen, chinesische Berge haben alle sehr lyrisch klingende Namen, sondern die roten Blätter an den Bäumen versucht zu bewundern. Wen Wen, eine unserer chinesischen Freunde meinte, dass die Zeit ab dem 5. Oktober eines Jahres gut sei, um dieses Naturschauspiel zu bewundern. Ich frage mich dann natürlich, ob in der Nacht vom 4. zum 5. Malerkolonnen losziehen, um die Blätter der Bäume anzumalen.

gebackene Hühnerflügel, Erdnüsse und Bier. Einfach und gut!Klicken Sie, um zu vergrößern.Wir stehen schon früh auf, um einen zeitigen Zug nach Peking zu nehmen. Mit dem Bus am Nordbahnhof Tiānjīn Běizhàn angekommen, kämpfen wir uns durch schreiende Taxifahrer, die unser Nein zu ihrem Angebot partout nicht annehmen wollen und uns eine Fahrt nach Peking anbieten. Schliesslich hilft nur eine Notlüge, um die hartnäckigsten Bewerber loszuwerden.

Schließlich sitzen wir im Zug, eng gepackt zwischen anderen Leuten, die auch nach Peking möchten. Natürlich hoffen wir, dass die nicht auch alle zum Xiāngshān wollen, aber man weiß ja nie. In Peking nehmen wir die U-Bahn, um dann in einen Bus zu steigen, der komplett zu überladen scheint. Auf die Frage, wie lang wir denn jetzt noch fahren müssten, meinen Wen Wen und ihr Freund, dass es noch eine Stunde dauern könne. Zu allem Überdruss fangen auch noch irgendwelche Italiener, die mit im Bus stehen, an zu tanzen. Warum die das ausgerechnet jetzt machen müssen, ist mir leider ein Rätsel.

Und endlich! Rote Blätter!Klicken Sie, um zu vergrößern.Endlich und auch etwas geschafft sind wir dann angekommen und laufen durch eine quicklebendige Einkaufsstraße, um der Natur mit den roten Blättern näherzukommen. Links und rechts von uns werden lautstark Dienstleistungen angeboten, Nippes, Röstkastanien oder mit dem Arm wackelnde Glückskatzen. Jeder zweite benutzt dabei ein batteriebetriebenes Megaphone, welches den gleichen Spruch unermüdlich immer wiederholt, “Yī Kuài! Yī Kuài! Yī Kuài! Yī Kuài! Yī Kuài! Yī Kuài!”.

Endlich findet man sie, abgepflückt und eingeschweißt?Klicken Sie, um zu vergrößern.Jetzt lernen wir auch eine typische Eigenschaft chinesischer Tourismusindustrie kennen. Natur gibt es nur gegen Bares. Bevor man den Berg besteigen kann, muss man erstmal löhnen. Nachdem wir bezahlt haben, können wir endlich durch das Osttor “xiāngshān dōngmén” den Berg besteigen. Und so gehen wir den Massen nach, immer höher. Die frische Luft tut uns dabei wirklich gut. Und wenn ich frische Luft sage, dann ist das auch wirklich ernst gemeint. Es ist ganz erholsam, mal die Mischung aus Sandsturm, Autoabgasen und Kohlerauch hinter sich zu lassen und tief einzuatmen.

Alle zusammen Qie ziKlicken Sie, um zu vergrößern.Nach richtig vielen Fototerminen mit Katrin und mir, oder Katrin, oder mir, oder Katrin und mir und Wen Wen und Yang Ge erreichen wir dann den Gipfel.Unterwegs hat es trotz meiner Unkenrufe dann doch ein paar Bäume mit roten Blättern zu sehen gegeben, wenn auch seltener als gedacht. Jedenfalls sind keine Malerbrigaden und Fleisskolonnen losgezogen, um die Blätter anzumalen. Nein, die Blätter, die es an den Bäumen nicht zu sehen gibt, wurden verkauft, nämlich in Klarsichtfolie eingeschweisst. Und so tönte es uns an jeder Kurve entgegen, “Yī Kuài! Yī Kuài! …”. Neben Bildern vom Großen Vorsitzenden und Porträtzeichnungen gibt es eben auch ein bisschen Xiāngshān zum mitnehmen.

Immer munter, immer weiter, immer heiter, gehts den Berg hinunter ...Klicken Sie, um zu vergrößern.Übrigens war der Abstieg dann auch noch entspannend, was wir auch nötig hatten, denn um die Rückreise wurde mit harten Bandagen gekämpft. Kaum war der Bus da, stürmten die Wartenden in Knäueln auf die sich öffnenden Türen zu. Wir hatten da als Europäer kaum eine Chance einen Sitzplatz zu bekommen. Glücklicherweise fuhren wir dann auch nur bis zur Běidà, zur Peking-Universität, um dort noch ein paar Happen Fleisch und Bier in einer Chickenwingsbude (Xīmén Kǎo Chi) zu uns zu nehmen. Von dort aus war die Rückfahrt nach Tiānjīn mit Taxi und Bullettrain (ICE) ziemlich entspannend.

Katrin und ich ...Klicken Sie, um zu vergrößern.Der duftige Berg in all seiner SchönheitKlicken Sie, um zu vergrößern.Wen Wen und die roten BlätterKlicken Sie, um zu vergrößern.GipfelstürmerKlicken Sie, um zu vergrößern.Nach einem guten Marsch soll der Mensch gut essen und trinken!Klicken Sie, um zu vergrößern.

— Markus Nowatzki        

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Kommentare

Hurra! Endlich ein neuer Artikel aus dem fernen Osten :) Trotz der zeitlichen Verschiebung zwischen Geschehen und Artikel ist es doch eine Freude nochmal einen so detaillierten Bericht mit fotographischer Untermalung vor sich zu haben. Weiterhin viel Spaß in China und genießt euer Wochenende in Shanghai (von dem natürlich ebenfalls ein Resümé erwartet wird ;) OK?)! Liebe Grüße, Anne!!

Anne · 1. Dezember 2007, 13:34 · #

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