Markus, der Eskimo

Von Schlafwagen und fliegender Landschaft

· 27. Januar 2008, 15:41 · Permanenter Link ...

Endlich fahren wir los, unsere Taschen sind auf drei Stücke reduziert, mit Fotoapparaten, Laptop, warmen Sachen, kurze Sachen. Schließlich machen wir, wenn man es sich recht überlegt, eine Vier-Jahreszeiten-Reise. Das Taxi ist recht schnell gefunden, zum Bahnhof geht es ohne größere Zwischenfälle.

Am Bahnhof merkt man jedoch, dass etwas mehr Menschen als sonst unterwegs sind. In der großen Wartehalle drängen sich Männer und Frauen, Greise und schreiende Babies, Kleinkinder und Jugendliche, kurz ganze Familien, die andere Familien zum Frühlingsfest besuchen werden. Studenten und Schüler, Arbeiter, Herren in Anzügen, Bauern mit Sack und Pack fahren nach Hause. Eine halbe Stunde vor der Abfahrt drängen sich die Leute am Ausgang, es ist eine Flut, die nur von den eisernen Absperrgittern zurückgehalten wird. Wir sind nun ein Teil der Masse, die schluckweise auf den Bahnsteig gelassen wird.

Dadurch haben wir es recht bequem, unseren Wagen zu finden und können uns ohne Stress auf unsere Liegeplätze einsortieren. Der Zug rollt an und wir sind unterwegs. Einen Bahnhof später steigt noch eine bunte Familie mit Großeltern, Eltern und Kind ein. Das Geruckel des Zuges wirkt beruhigend und obwohl die Heizung nachts richtig loslegt und um uns ein Schnarchkonzert aus vielen Ecken entsteht, können wir erstaunlich gut schlafen.

Zum Frühstück gibt es die übliche heiße Reissuppe und unseren Tee, mittags Instant-Nudelsuppe, die komischerweise immer wieder gut schmeckt und sättigt. Draußen gleitet die steppige Landschaft vorbei, die ab und zu von kleinen Dörfern unterbrochen wird. Eines hat sogar eine Kirche, was lustig ist, denn irgendwie fühlt man sich an Deutschland erinnert. Überhaupt hat die Landschaft was von Mecklenburg-Vorpommern, große Weiten, braune und beige Töne und eine winterblauer Himmel überspannt alles. Langsam sieht man auch wie der Schnee erst zögerlich, dann immer stärker die Landschaft eindeckt und mit langen Fingern durch die Ackerfurchen streift. Überall stehen Puppen aus Maisstroh und manchmal entdeckt man einen Menschen, der in einem dick gepolsterten Armeemantel seiner Arbeit nachgeht.

Nach 22 Stunden sind wir endlich in Harbin angekommen. Unsere Gastgeber sind Wang Yang, eine chinesische Kommilitonin von Katrin aus Halle, die bei Ihren Eltern das Frühlingsfest in Harbin verbringen wird. Die Eltern leben zusammen mit Ihrem Sohn, der Schwiegertochter und dem Enkelkind Klein Wang Ge in einer hübschen großzügigen Wohnung.

Wie einigen Leuten schon angekündigt, hier übrigens noch die GPS-Trackdatei unserer Zugfahrt für Google Earth. Einfach runterladen und mit Google Earth aufmachen. Wer nicht weiß, was Google Earth ist, der sollte einfach den Begriff unter Google eingeben …

Tianjin-Harbin.kml

— Markus Nowatzki        

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