Kaiser Qis tapfere Soldaten

Xi'an – Stadtmauern und Tonsoldaten

· 22. Februar 2008, 08:52 · Permanenter Link ...

Nach einer zweitägigen Zugfahrt im Schlafwagen erreichen wir am 30. Januar den westlichsten Punkt unserer Reise, der eigentlich die Mitte des Reiches der Mitte ist. Dabei konnten wir wieder eingehende Studien über Ess- und Schlafgewohnheiten unserer chinesischen Mitreisenden anstellen. Ein Beispiel: In einer Minute knacken sie mit den Zähnen durchschnittlich 6 Sonnenblumenkerne auf, die sie dann schmatzend und knackend verschlingen.

Wir wanken erstmal ziemlich fertig und ermüdet in das nächste Fastfoodnudelrestaurant, wo wir unser Frühstück etwas kreativ zusammenstellen müssen. Chinesen haben nämlich eine deutlich andere Auffassung von einem guten Frühstück als wir. Zum Glück gibt es Reis und Joghurt, aus dem wir, voilà, Milchreis zaubern. Kaffee gibt es auch. Merke: Es braucht kein Starbucks, um einigermaßen guten Kaffee zu bekommen.

Nachdem wir nach einigen Kommunikationsproblemen von unserem Abholkommando in Empfang genommen wurden, geht es erstmal wieder auf die Jagd nach Zugtickets. Leider erfolglos. Wie sich später rausstellt, versuchen in Deutschland inzwischen unsere Eltern besorgt uns zu erreichen. Die ersten Bilder vom Schneechaos sind im deutschen TV angekommen. Zugtickets werden rar.

Das Hotel stellt sich als ziemlich kalt heraus. Ab einer bestimmten Grenze gibt es in China in den Häusern keine Zentralheizung mehr. Um uns erstmal richtig aufzuwärmen, fahren wir ins Stadtzentrum und stürzen uns auf den nächsten Starbucks. Dann sehen wir uns noch das muslimische Viertel der Huizi-Minderheit an.

Am nächsten Tag steht dann die Stadtmauer auf dem Programm. 14 Kilometer wollen erstmal gelaufen sein, und deshalb brechen wir das auch nach der Hälfte einfach ab. Die Stadtmauer war voll mit Schnee und menschenleer, was sehr beeindruckend ist, weil man eigentlich in China nie ganz allein ist. So aber wirkte dieses monumentale Bauwerk aus dem Jahr 950 n.Chr. in einer ganz besonderen Art und Weise auf uns. Nach einem Abendbrot mit Pizza und Sandwiches in einer Jugendherberge, die neben einer Tour zu den Terrakottasauch für uns die nächsten Zugtickets bucht, geht es wieder zurück in unsere kalte Absteige. Wir beschließen uns in Zukunft die Zimmer selbst rauszusuchen, statt uns auf chinesische Empfehlungen zu verlassen. Für uns ist eben „am Billigsten“ nicht immer „am Besten“.

Trotzdem einigermaßen ausgeschlafen warten die toten Wächter des Kaisers Qin Shi Huangdi auf uns. Mit einem leider ungeheizten Kleinbus werden wir vom Hotel abgeholt. Einigermaßen erfroren sitzen wir dann auch mit anderen Ausländern in einem ungeheizten Reisebus, der uns zu den Tonsoldaten bringen soll. Vorher lassen wir aber noch einen Tempel, heiße Quellen (in denen wir aber keine Gelegenheit haben zu baden) und eine Tonsoldatenfälscherwerkstatt über uns ergehen.

Die Grabanlage ist dann aber einfach nur beeindruckend. Tausende Scherben werden wieder von fleißigen Restauratoren zusammengesetzt. Dabei wird durchaus darauf geachtet, dass man den Soldaten das hohe Alter trotzdem noch ansieht. Hier noch eine Wikipedia-Seite zur Grabanlage:

Terrakottaarmee

Als wir endlich ziemlich erfroren wieder in Xi’an ankommen, suchen wir zusammen mit den anderen Ausländern aus Frankreich und Korea ein Hotpotrestaurant auf um uns wieder aufzuwärmen. Leider hat mir das überhaupt nichts genützt. Kaiser Qin hat mich wahrscheinlich mit dem kalten Atem der Geschichte umgehauen. Die restlichen Tage in Xi’an verbringe ich mit einer Erkältung im Bett, während Katrin sich die Stadt noch weiter ansieht. Zum Glück habe ich meinen Laptop und einen Haufen DVDs mit …

— Markus Nowatzki        

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