zu Gast bei Freunden: Wenwen und Yang

Frühlingsfest in JiaoZuo

· 5. April 2008, 06:58 · Permanenter Link ...

Irgendwo im mittleren Osten Chinas liegt die Kleinstadt Jiaozuo, hier besuchen wir Wenwen, eine Freundin vom Studium aus Tianjin. Ich fühle mich ziemlich geehrt, dass sie uns zum Frühlingsfest in ihre Familie eingeladen hat. Auch ihr Freund Yang wohnt hier und während der Feiertage werden wir zwischen den zwei Familien herum gereicht und voll gefüttert. Ein typischer Dialog am Abendtisch sieht ungefähr so aus:

Markus: Uff, ich kann nicht mehr, ich bin so satt.
Chinesischer Vater: Aber du hast noch gar nicht DAS gekostet.
Katrin: Nagut, noch ein Häppchen.
Chinesische Mutter: Na, schmeckt´s gut?
Katrin: Ja, ausgezeichnet wirklich!
Chinesische Mutter: Hao chi, duo chi!!! Schmeckt´s gut, iss mehr!!!
Katrin und Markus: Uff…Oje…

Am letzten Tag des chinesischen Jahres machen wir eine tolle Winterwanderung im nahen Yuntai-Massiv. Der Name bedeutet soviel wie Terasse in den Wolken, denn dank der vielen Wasserfälle, die es hier gibt sind die Berge immer in Wasserdampf gehüllt. Anders in der kalten Jahreszeit: klare Luft und zu Eis gefrorene Wasserfälle. Diese riesigen Zapfen, die manchmal bis zu 4-5 Metern lang an den Felsen hängen waren einfach unglaublich schön und beeindruckend.

Währenddessen leuchten die Straßen der Stadt schon in Rot und Gold, denn an unzähligen Ständen kann man Schmuck und Deko für´s Fest kaufen. Was aber noch viel typischer ist, sind die Böller, Knaller, Feuercracker- und Raketen, kein Wunder, denn es gibt in China eine ganze Provinz deren Haupteinnahmequelle die Produktion von Böllern ist.
Dieses Jahr fällt “Chunjie” auf den 6. Februar und abends, gegen 20 Uhr beginnt im öffentlichen Fernsehen eine Gala, die alle Chinesen verfolgen – wir auch! Es gibt Sketche, Akrobatik, Tanz und Musik. Nebenbei essen wir Abendbrot und bereiten dann die traditionellen Teigtaschen vor. Jaiozi-Backen erfordert viel handwerkliches Geschick und die Kinder müssen das von klein auf lernen!!! Das Fest erreicht dann um Mitternacht den Höhepunkt: nun werden die Jaiozi endlich gegessen und draußen beginnt ohrenbetäubender Lärm. Jede Familie beginnt, ihren Vorrat an Böllern zu verpulvern. Es werden die bösen Geister vertrieben und auch für zart besaitete Menschen ist der Lärm und der Schwefelgestank nicht so leicht zu ertragen… Doch Markus ist auch Feuer und Flamme – zusammen mit Yang! Und die (kleinen) Jungs ziehen durch die Straßen und vertreiben tüchtig Geister.

Dummerweise ist am nächsten morgen doch noch ein Geist da, nämlich ein Grippe-virus, der aus Xi´an, der so sehr an Markus hängt und nicht verschwinden will.
Was gibt es also Schöneres als am 1.Feiertag einen Arzt aufzusuchen?!
Hierzuort geht man dafür in ein Krankenhaus, das in etwa den Polykliniken von früher gleicht. Nach 2 Stunden sind wir abgefertigt und mit einem kleinen Plastikbeutel voller Medizin fühlt man sich doch schon viel besser!
Das Frühlingsfest zieht sich nun noch 15 Tage länger hin, in denen die Familien nach einem traditionellen Plan zuerst die Eltern des Vaters, dann die Eltern der Mutter undundund besuchen. Doch wir verabschieden uns und reisen weiter:

— Markus Nowatzki        

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