Die Fütterung der Massen ...

Das große Fressen

· 12. April 2008, 16:54 · Permanenter Link ...

Was passiert, wenn man mal unbewußt ja sagt? Besonders auf so eine allgemeine Frage, ob man denn gern koche. Natürlich koch’ ich gern. Und wenn man dann noch auf eine nette Party eingeladen wird, die für uns ausländische Lehrer gemacht wird, da sagt man doch nicht wirklich nein. So sah jedenfalls das Bild in meinem Kopf aus, als ich ganz mutig versuchte das Ganze mit den Worten zu ironisieren: “Ihr seid ganz schön mutig, euch in meine kochenden Hände zu begeben.”

Dies schien den Studenten als Zusage zu gelten, denn die nächste Aufgabe für den Lehrer kam prompt. Ich solle doch einen Zettel mit allen Zutaten abgeben, die benötigt werden würden. Das Ganze solle dann zwei Wochen später stattfinden. So ganz habe ich die Sache dann doch nicht durchblickt. Wer soll hier nun für wen kochen? Wieso Zutatenliste, kann ich nicht selbst etwas mitbringen?

Ein paar Tage löste sich die Sache dann auch auf, als unser Französischlehrer ganz aufgeregt in meine Wohnung kam und fragte, ob ich denn irgendwelchen Studenten versprochen habe, für sie zu kochen. Ich ganz perplex, vergesslich wie ich ja manchmal bin, habe geantwortet, dass ich das für ein paar Studenten vielleicht gemacht habe. Luic ganz aufgeregt: “Nun dann musst Du wohl für 300 Studenten kochen und ich auch.”

Nachdem wir erstmal gemeinsam in Ohnmacht gefallen sind, dann einen Kaffee getrunken haben, um unsere Nerven zu beruhigen, sind wir zu den Amerikanern, um die Hiobsbotschaft zu überbringen, nur um zu erfahren, dass die Amerikaner schon Bescheid wussten und die Zahl der Studenten auf 500 korrigiert wurde.

In den sauren Apfel gebissen, entschied ich mich dann ganz auf die Erfahrung der Familie und des eigenen Gaumens zu verlassen. Ein Nudelsalat musste her, so einer, wie bei uns zu Weihnachten zu Hause gegessen wurde. Was für 15 Leute gut ist, ist für 700 Leute nicht schlecht. So war nämlich die Zahl wieder ein paar Tage später angestiegen. Und wir kannten auch schon den Namen der Aktivität: Ganz praktisch nannte man die Sache ein “Lebensmittelfest”.

Am Abend vor Tag X riefen dann noch Studenten an, sie wollten wissen, wo man saure Gurken herbekomme und was denn bitte schön Hörnchennudeln seien. Nudeln seien doch diese langen Dinger, die ein Koch vor sich durch die Gegend wedele. Aber Hörnchen? Und überhaupt Nudeln in einem Salat? Also musste ich am gleichen Tag des großen Eriegnisses noch mal shoppen. Zum Glück kennt man ja jetzt nach einem 3/4-Jahr seine Quellen, nicht nur für Kaffee, sondern auch für saure Gurken. Nicht ganz Sorte “Spreewald”, aber immerhin.

Der Tag wurde dann doch noch zu einem Erfolg, auch wenn der Salat ziemlich schnell zu alle war. Zum Glück war noch Mechthild dabei, die neue Deutschlehrerin, die ganz Ad-Hoc mit zur Party eingeladen war und sich mit einer Erbsensuppe beliebt machte.

Wie gelungen alles war, könnt ihr denn auch auf diesem Album nachsehen:

Das große Fressen

— Markus Nowatzki        

post this at del.icio.uspost this at Diggpost this at Technoratipost this at Newsvinepost this at Ma.gnoliapost this at Furlpost this at Blinklistpost this at Wistspost this at Simpypost this at Redditpost this at Farkpost this at Blogmarkspost this at Yahoo! my webpost this at Blinkbitspost this at Connoteapost this at de.lirio.uspost this at feedmelinkspost this at LinkaGoGopost this at Netvouzpost this at RagSugarpost this at Scuttlepost this at Shadowspost this at TailRankpost this at Smarkingpost this at Kinjapost this at Winkpost this at Mr. Wongpost this at Netscapepost this at Windows Livepost this at StumbleUponpost this at Google Bookmarkspost this to TwitterAdd this to AnothrShare on facebook

---

Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.