Essen an Spießen, verführerisch lecker ...

Angrillen in China? Angrillen in Deutschland?

· 4. April 2009, 17:06 · Permanenter Link ...

Die Urmenschen sind wieder unter uns. Wenn es in Deutschland Frühling wird, die Vögel zwitschern und der Papa sich im Kleingarten den nackten Bierbauch streichelt, dann ist Grillzeit. Dann kann man es allerorten wieder riechen, den Geruch von Grillanzünder und Fleisch aus dem Sonderangebot von ALDI. Meistens steht dann der Papa einsam um den Grill herum und tröstet sich mit einer Flasche Bier, meistens auch zwei und drei, während die Familie über Kartoffel- und Nudelsalate herfällt. Dazwischen versucht das Oberhaupt der Familie wie auf dem Markt seine Fleischprodukte loszuwerden, die er vorher noch reichlich mit Bier und Schweiß getränkt hat. Irgendwann wird es kalt, weil die Grillkohle alle ist und auch die Sonne den Geruch von “Superblitz”, dem Grillanzünder nicht mehr ertragen kann und das Handtuch wirft. Auf den Mond ist dann auch kein Verlass, denn meistens wird es wolkig und die Familie zieht sich in das Haus zurück. Am nächsten Morgen kann man von Glück reden, wenn nur der Vater einen Kater hat und nicht die ganze Familie mit Fleisch- und Majonaisevergiftung in das Krankenhaus eingeliefert wird.

In China dagegen, besonders in Nordchina ist es das ganze Jahr über Grillzeit. Hier wird dann auch alles gegrillt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und sich in Sicherheit bringen kann. Meistens wird jedoch neben allen möglichen Sorten von Insekten, Fröschen und Krebsen auch ganz anständig Hammelschaschlik, sowie Hühnerbeine und -flügel über langen Kohlerinnen gegart. Das Ergebnis sind Rauchschwaden und ein besonderer unverwechselbarer Geruch aus Kohle und Fleisch, der sich kilometerweise durch die Wohnviertel zieht. Besonders in Nordchina kann man sich das sogenannte Shao Kao, an jeder Straßenecke, auf jedem Markt, einverleiben. Besonders lecker ist dabei das Fettstück, welches an jedem Hammelspieß zu finden ist und auch das sogenannte Grillbrot, Shao Bing, ein Hefestück, schön über dem Grill gewendet und gewürzt.

Aber auch hier kann es einem passieren, dass der Magen protestiert. Obwohl man sich eigentlich an die Regel gehalten hat, nur zu essen, wo sich die Menschenmassen zusammenballen, sollte man sich die nächste Woche einen Stapel Zeitungen und gute Lektüre neben das Klo legen, denn man wird es so schnell nicht mehr verlassen.

Eine weitere tolle Möglichkeit gibt es, den einsamen Griller, der mit Rauchtränen und Bier zu kämpfen hat, zu ersetzen, ist grillen auf koreanisch. Nein, man muss keinen Sprachkurs belegen und sich mit der Schwester des Japanischen^*^ auseinandersetzen. Man muss sich nur in einem Koreanischen Grillrestaurant treffen, und sich um einen Tisch mit integriertem Grill versammeln. Dann geht erstmmal die Bestellerei los, wobei dann gleich in Tierkategorien bestellt wird, nämlich “Schweinefleisch”, “Rindfleisch”, “Hühnerfleisch”, usw. Das Fleisch kommt dann toll mariniert an den Tisch. Die einzige Sorge – die man aber ganz gut verdrängen kann, zumindest ist man “kulinarisch” in die Luft gegangen – die einzige Sorge ist die Gasflasche und der Schlauch unter dem Tisch. Ich habe schon von Fällen gehört, an dem eine blaue Flamme in Richtung Gasflasche gewandert sein soll.

* … habe ich zumindestens gehört, dass Koreanisch und Japanisch miteinander verwandt sein sollen. Zumindestens hat mir ein Japaner gesagt, dass Koreanisch nicht so schwer zu lernen sei, weil es ähnliche Dinge gebe.

— Markus Nowatzki        

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