Wie man sich von A nach B bewegt

· 23. September 2007, 06:52 · Permanenter Link ...

Der Verkehr ist schon überwältigend, wenn man deutsche Massstäbe ansetzt. Es gibt zwar in jede Richtung drei Spuren, plus eine ganze Spur für die vielen Fahrräder auf beiden Seiten. Dennoch wird man den Eindruck nicht los, dass dies nicht ganz ausreichend ist. So werden einfach neue Spuren aufgemacht, man fährt auch mal 100 Meter auf der Gegenseite. Geblinkt wird nur in den allerseltensten Fällen, bevor man dir Richtung wechselt oder irgendeine andere waghalsige Sache vorhat, wird gehupt. Dies ergibt dann zusammen mit dem Geräusch von vielen tausenden Motoren, klappernden Fahrrädern, quietschenden Bremsen, dröhnenden Busen eine Kakophonie der Oberklasse.

Nach einer Weile erschliesst sich jedoch ein System, deutsche Autofahrer könnten hier durchaus mal das Reissverschlusssystem lernen. Jedoch muss man Nerven haben und Ruhe. Herzinfarktgefährdete Personen sollten ebensowenig am Verkehr teilnehmen, wie Choleriker auf vier Rädern. Pedanten allerdings auch nicht. Man muss warten können, irgendeine Lücke tut sich immer auf. So gesehen fließt der Verkehr ständig, langsam zwar, aber es fließt.

Da wir jedoch keinen Führerschein haben, müssen wir erstmal nur passiv am Verkehr teilnehmen und können uns so an den Fahrkünsten unserer Bus- oder Taxifahrer erfreuen, die sich gekonnt aber in teilweise risikoreichen Aktionen durch den Verkehr schlängeln. Bus- und Taxifahrten sind eigentlich ganz günstig. Eine Busfahrt in einem normalen Bus ohne Klimaanlage ist 1,50 Yuan, eine Taxifahrt hat mich bisher nie mehr als 25 Yuan gekostet.

Eine Sache, die unbedingt ausprobiert werden muss, bleibt noch offen. Sobald die Suche nach einem funktionstüchtigem Fahrrad erfolgreich ist, werden wir uns auch in die Reigen der vielen Radfahrer einreihen und uns am chinesischen Individualverkehr ausprobieren.

Zum Schluss noch ein Tip für Fußgänger. Sollte keine Ampel in der Nähe sein, und die Straße wie ein unüberwindbarer Fluß mit vielen Stromschnellen wirken, dann warte man einfach auf den nächsten Fußgänger, welcher das gleicher Ziel hat. Es dauert gar nicht lang, bis sich eine kleine Gruppe gebildet hat, die dem Verkehr genügend Masse entgegenstellen kann. Es reicht aber auch aus, sich einfach ein Herz zu fassen und loszugehen. Man kommt meistens an.

Neue Vokabeln:

qìchē			Auto, Wagen 
gōng gòng qìchē		Bus
chūzū qìchē		Taxi
zìxíngchē		Fahrrad

— Markus Nowatzki        

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